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Schon wieder Silvester?


Es sind nur noch wenige Tage bis Silvester.Wahrscheinlich haben Sie schon den Sekt kalt gestellt, Feuerwerkskörper besorgt und fürs Neujahrsmenü eingekauft.

Kürzlich tagte bei uns der Familienrat, es ging um die Silvestervorbereitungen. Mein Vater sagte: "Dieses Jahr fällt Silvester aus." Das Feiern wäre ihm gründlich vergangen. Das ganze Gedöns um den Maja Kalender und Weltuntergangstheorien habe ihm die Laune verdorben. Außerdem meinte er: "Wir hatten 2010 eine tolle Silvesterparty, davon haben wir eine CD aufgenommen die können wir uns anschauen. Kanzler Kohls Neujahrsrede von 1986 war schließlich auch eine Wiederholung und kaum einer hat es bemerkt." Meiner Mutter war der Ärger deutlich anzusehen, als sie kopfschüttelnd den Raum verließ.

Und was macht man, wenn die lieben "Eltern" sich streiten? Genau, eine Lösung finden. Mein Vorschlag war ein Konzert mit klassischer Musik, das jedes Jahr auf einer Burg ganz in unserer Nähe stattfindet. Doch was soll ich sagen - irgendwie ist der Wurm drin - alle Karten sind bereits ausverkauft. Meine Schwester hatte etwas Interessantes gelesen und schlug Folgendes vor: "Jahreswechsel mit Meditation in der Wüste und Baden im roten Meer." Das war allerdings wieder Wasser auf die Mühlen meines Vaters: "Geh mir weg mit diesem Esoterikkram! Soll ich vielleicht auf einer Bastmatte sitzen, das Hirn von der Sonne umnebelt, beseelt Om vor mich hin murmeln?" Mein Bruder war bereits richtig genervt und sagte: "Dann macht doch eine Reise gegen die Datumsgrenze. auf der Insel Kiritimati feiern sie als erste Silvester und die Insel Samoa ist mit dem Jahreswechsel das Schlusslicht. Dann haben wir hier bereits Neujahr und essen um 12:00 Uhr zu Mittag." Meine Mutter zwinkerte uns zu: "Eine gute Idee, das Ganze nennen wir auf der Flucht vor Silvester. Am 1. Januar sind wir aber pünktlich zum Mittagessen zurück." 

Mein Vater hatte sich wieder beruhigt, grinste ganz vergnügt und dann sagte er dieses Gedicht von Ludwig Thoma auf:

Neujahr bei Pastors

Mama schöpft aus dem Punschgefäße, der Vater lüftet das Gesäße
und spricht: "Jetzt sind es vier Minuten nur mehr bis zwölfe, meine Guten.

Ich weiß, dass ihr mit mir empfindet, wie dieses alte Jahr entschwindet,
und dass ihr Gott in seinen Werken - Mama, den Punsch noch was verstärken! -
Und dass ihr Gott von Herzen danket, auch in der Liebe nimmer wanket,
weil alles, was uns widerfahren - Mama, nicht mit dem Arrak sparen! -
Weil, was geschah, und was geschehen, ob wir es freilich nicht verstehen,
doch weise war, durch seine Gnade - Mama, er schmeckt noch immer fade! -
In diesem Sinne meine Guten, es sind jetzt bloß mehr zwei Minuten,
in diesem gläubig frommen Sinne - gieß noch mal Rum in die Terrine! -
Wir bitten Gott, dass er uns helfe auch ferner - Wie? Es schlägt schon zwölfe?
Dann prosit! Prost an allen Tischen! - Ich will den Punsch mal selber mischen.”

Wir haben Tränen gelacht und am Ende beschlossen: “Silvester wird wie jedes Jahr zu Hause begossen.“


firmamento und Team wünschen Ihnen:
Eine rauschende Silvesterparty und einen gutem Rutsch
in ein gesundes, erfolgreiches neues Jahr 2012