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Der Alchimist

Auf der Suche nach dem Stein der Weisen


Herzlich willkommen anno Domini 2012.

Bis in die heutige moderne Zeit ist die Alchemie von einer rätselhaften mystischen Aura umflort. Die ersten alchimistischen Dokumente in Europa tauchten im frühen Mittelalter auf. Bald nach Bekanntwerden dieser Schriften entstanden Gerüchte von Umwandlungen unedler Metalle in Gold oder Silber. Der Ursprung dieser Schriften stammt aber nicht aus dem finsteren Mitttelealter, sondern bereits aus Zeiten der ägyptischen Spätantike.

Durch Kriege und Prunksucht sind die Staatskassen vieler Regenten leer. Deshalb lässt August der der Starke nach Alchimisten fahnden. Er sendet seine Späher aus, um ihrer habhaft zu werden. Seine Gelüste nach edlem Metall sind mit unedlen Motiven behaftet. Sein Ziel, er will den maroden Staatshaushalt sanieren. Deshalb lautet seine Order: "Alchimisten überall im Land aufstöbern und festsetzen!" Auch Preußenkönig Friedrich, der I. war auf der Jagd nach Alchimisten. Mit einem Kopfgeld bis zu 10 Talern handelte er frei nach dem Motto: "Koste es, was es wolle".  


Begleiten Sie einen Alchimisten auf dem Weg zu seinem Laboratorium.

Er muss sein Ziel um jeden Preis ungesehen erreichen, deshalb macht er sich erst im Schutz der Nacht auf den Weg. Vermummt in seinen schwarzen Umhang ist er nicht mehr, als einer von vielen Schatten in der Dunkelheit. Seine Blendlaterne spendet gerade so viel Licht, dass er nicht stolpert. Er will aus der Stadt hinaus. Sein Weg führt ihn an einer Schenke vorbei, nur ein paar späte Zecher torkeln grölend durch die Gasse, sie achten nicht auf ihn. Ansonsten sieht er Bettler und andere seltsame Gestalten auf der Suche nach einem Nachtquartier. Hin und wieder hört er das Trippeln kleiner Pfoten – Ratten, auf der Suche nach Futter. Die Nager tummeln sich zu dutzenden in den nächtlichen Straßen und Abfallhaufen neben den Häusern. Immer wieder bleibt er stehen, lauscht, horcht auf verdächtige Schritte. Verschwindet in dunklen Hauseingängen - schaut, horcht und lauscht. Er ist vorsichtig, einmal hätten sie ihn fast erwischt. Er weiß, schon der Verdacht Alchimist zu sein, bringt seine Freiheit in Gefahr. Unser Akteur lässt sich Zeit. Er weiß, wenn er angekommen ist, hat sein Gehilfe schon alles für sein heutiges Experiment vorbereitet. Jedes Ding an seinem Platz, das Feuer geschürt, Destillationskolben, Retorten und andere alchimistische Geräte griffbereit platziert.

Jetzt ist es nicht mehr weit bis zu der alten Schmiede, nur noch ein paar Schritte, dann hat er es geschafft. Ab heute wird er in der Schmiede wohnen und arbeiten – keine nächtlichen Ausflüge mehr. Es ist Gott froh, dass seine Wohnräume endlich fertig gestellt sind. Es bereitet ihm diebische Freude, dass er die Schmiede zu einem Spottpreis ergattern konnte - der alte Schmied hatte keine Erben. Seine Experimente verschlingen eine Menge Geld. Deshalb hat sein Gehilfe, ein gelernter Schmied, die Schmiede instand gesetzt. Das Beschlagen von Pferden sichert ein passables Einkommen. Ein weiterer Vorteil, es fällt nicht auf, wenn aus der Esse Tag und Nacht Rauch emporsteigt. Niemand weiß von seinem geheimen Laboratorium im Kellergewölbe der Schmiede.
 
Endlich angekommen öffnete er die knarrende Tür zum Gewölbe. Nur die flackernden Schatten der Fackeln erhellen seinen Weg ein wenig. Je näher er seinem Laboratorium kommt, desto wärmer wird es in dem engen Gang. Ein durchdingender Geruch nach alkoholischen Kräuteransätzen, Tinkturen, Schwefel und anderen Chemikalien schwappt ihm entgegen. Als Apotheker ist ihm die Herstellung von Tinkturen und Heilmitteln ein Leichtes, auf diese Weise hat er eine weitere lukrative Einnahmequelle. Beim Betreten des Gewölbes brach ihm sogleich der Schweiß aus. Sein Gehilfe schürt mit nacktem Oberkörper den Ofen und legt Brennholz nach. Der Alchimist ist sehr zufrieden.


Nach der Begrüßung spricht er zu seinem Gehilfen: "Wenn du weiterhin so fleißig bist, werden wir in gemeinsamer Anstrengung den Stein der Weisen finden. Aber der Weg dahin ist lang und steinig, wir werden oft Rückschläge erleiden. Das gehört dazu, schließlich sind wir auf der Suche nach dem Göttlichen. Wir müssen noch viel lernen, unser Wissen über die Natur der Stoffe erweitern und ihrer Reaktionen miteinander, unermüdlich erforschen. Dabei müssen wir sehr vorsichtig zu Werke gehen. Niemand darf erfahren, was wir tun." **

** Die Herstellung des Steins der Weisen galt als göttlicher Gnadenakt. Deshalb gab es für Alchemisten einem Moralkodex, d. h., sie verpflichteten sich zur Geheimhaltung. Natürlich gab es auch ein spirituelles Ziel, es lautete: Erlösung der Materie sowie die Läuterung und Vervollkommnung der Alchimistenseele. Alchimisten waren davon überzeugt, die Anwendung des Steins der Weisen, könne unedle Metalle, wie z. B. Blei oder Quecksilber, in Gold umwandeln. Der Stein der Weisen, ein wahres Wunderding, welches auch noch Jungbrunnen und Universalmedizin gegen körperliche Leiden jeglicher Art war. Die Entdeckung des Steins der Weisen wurde als das "Große Werk" bezeichnet. Zu seiner Herstellung wurde die Ursubstanz benötigt. Nur wer die Ursubstanz entdeckte, durfte sich eingeweihter Adept nennen.
 

Die sieben Schritte bei der Herstellung des großen Werkes:

1.    Calcination – Glühen im offenen Ofen – Umwandlung von Metall in Pulver.
2.    Sublimation - trockene Destillation zur Veredlung.
3.    Soliton – Lösen, verflüssigen und schmelzen.
4.    Putrefaktion – Trennung von Geist und Körper durch Fäulnis und “Verwesung“.
5.    Destillation - Trennung fester Körper aus Flüssigkeiten durch Verdampfung.
6.    Koagulation – Fixierung von Flüssigem durch Gerinnung und Verfestigung.
7.    Tinktur – prima materia = Ursubstanz, Grundlage für den Stein der Weisen.

Die Herstellung der prima materia erforderte eine sehr lange Erhitzungszeit. Dies geschah in einem gläsernen, eiförmigen, hermetisch abgeschlossenen Kolben mit der Bezeichnung "Vas Hermetikum" oder auch "Ei der Philosophen". Während der Erhitzungsphase ergaben sich unterschiedliche Färbungen, die man "Cauda pavonis" (Pfauenschwanz) nannte. Schwarz war die erste Farbe und stellte die "Verwesung" dar. Die Zeitangaben zur Herstellung des großen Werkes sehr unterschiedlich. Z. B. 7 Tage (Gottes Welterschaffung), 9 Monate (Schwangerschaft), bis hin zu einem Jahr (Naturkreislauf)

Die physikalischen Eigenschaften des Steins der Weisen wurden folgendermaßen beschrieben: ein fester, schmelzbarer und feuerbeständiger, Körper bzw. ein rotes Pulver. Ein kompakter Stoff von hoher Dichte, der nicht verdampfbar ist.

Wie wir heute wissen, ist es keinem Alchemisten gelungen, mit Schmelztiegel, Alambik (Destillationskolben) oder anderen Laborgeräten Gold herzustellen. Nachgewiesenermaßen waren alle Demonstrationen nichts weiter als Taschenspielertricks, bei denen Gold in den Tiegel mit Blei geschmuggelt wurde. Allerdings gelang dem Alchemisten Johann Friedrich Böttger bei der Herstellung von Porzellan auch weißes Gold genannt. 15. Januar 1708, die Albrechtsburg zu Meißen - Entstehung des Meißner Porzellans. Das belegt ein Vermerk im Brandprotokoll: nach zwölfstündigem Brand, nachmittags um fünf Uhr mehrere weiße durchscheinende Scherben erhalten. Wer von uns kennt es nicht, das weltberühmte Meißner Porzellan.


Alchemisten werden Sie bei firmamento nicht finden - gute Kartenlegerm Wahrsager und Hellseher in jeden Fall