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Eleusinische Mysterien

Antiker Geheimkult im alten Griechenland.

Ein Geheimkult aus dem antiken Griechenland hatte bereits über tausend Jahre Bestand und war den eleusinischen Göttinnen Persephone und Demeter gewidmet. Während der Feierlichkeiten hielten selbst Krieg führende Parteien Waffenruhe. Wurde ein Grieche der kleinen Weihen für würdig befunden, konnte er als Neophyt an den kleinen Mysterien im Tempel der Demeter in Agra teilnehmen. Die kleinen Mysterien fanden jedes Jahr alljährlich im Blumenmonat Anthesterion (März) statt. Der auserwählte Neophyt wurde von seinem Mystagogen (Pate) und dem Herold in den heiligen Hain gebracht. Im Rahmen dieser Feierlichkeiten zeigten Tanzchöre den "1.ten Akt des heiligen Dramas", die Aufführung handelte vom Leben nach dem Tod. Nach Fasten und Gebeten brachte man den Göttinnen Ferkel als Opfer dar. Zum Abschluss der kleinen Mysterien wurde der Neophyt in die Symbolik der Darbietung eingeweiht. Das Geheimnis lautete: Wahres Dasein besteht nur aus dem Leben vor der Geburt und nach dem Tod. Erst wenn der Neophyt dies verinnerlicht hatte, konnte er die Prüfung der großen eleusinischen Mysterien ablegen.

Die Anwärter zur großen Mysterienprüfung nannte man Mysthen, die sich strengen Prüfungen unterziehen mussten. Die Prüfungen zu den großen Mysterien wurden allerdings nur alle fünf Jahre in Eleusius abgehalten. Wenn die Kandidaten die Prüfungen der kleinen Mysterien bestanden hatten, waren sie zu Mysten geworden. Das bedeutete, sie waren nun Verschleierte. Verschleierte wurden sie genannt, weil sie das große Licht der Wahrheit noch nicht erblickt hatten. Aber sie waren zumindest in der Lage, die Wahrheit wie durch einen Schleier zu erahnen. Somit waren sie für die großen Mysterien von Eleusius vorbereitet.

Wer sich auf die große Prüfung einließ und sie bestand, durfte sich Eingeweihter, Wissender oder Seher nennen. Während dieser geheimnisvollen Prüfungen hatten die Kandidaten eine Menge durchzustehen. Diese Prüfungen dauerten neun Tage und fanden im Monat Bödenromion (September) statt. Das Ziel dieser Prüfungen war das “große Licht von Eleusis“ zu sehen. Für den Einzuweihenden bedeutete das in Berührung mit dem Überirdischen zu kommen, den Schleier, der die unsichtbare Welt von der sichtbaren Welt trennt, zu lüften. Der genaue Ablauf der Mysterien liegt nach wie vor im Dunkel, weil der Verrat der geheimen Prozedur mit dem Tod bestraft wurde. Rekonstruktionsversuche ergaben aber zumindest eine grobe Vorstellung der Abläufe.

Der erste Tag diente der Orientierung und Vorbereitung, deshalb wurde eine Versammlung abgehalten, begleitet von Gesprächen und Diskussionen.

Am zweiten Tag zogen die Kandidaten in einer feierlichen Prozession zum Meer. Hier wurden die Neophyten einer symbolischen Reinigung unterzogen. Die Waschungen, begleitet von heiligen Gesängen, dienten der Seele zur Vorbereitung auf dem Weg zu den verschiedenen Stufen des menschlichen Daseins.

Am dritten Tag wurde ihnen endlich nach vielen Jahren der "2.te Akt des heiligen Dramas" gezeigt. Inhaltlich ging es um göttliche Liebe, die Seele der Welt auf der Suche nach der Menschenseele. Den Neophyten sollte die Verwandlung der Seele auf dem Weg durch die verschiedenen Stufen des menschlichen Daseins nahe gebracht werden. An diesem Tag beschäftigten sich die Mysten intensiv mit ihrer eigenen Seele und trauerten um Menschen, die sich in der Unterwelt, genannt Hades, befanden. Um die Erfahrung zu intensivieren, wurde gefastet, meditiert und gebetet. Zum Abschluss wurde den Prüflingen ein Getränk mit geheimen Zutaten verabreicht. Wenn die Kandidaten dachten das wäre der Beginn der eigentlichen Prüfung irrten sie sich. Ihre Furcht gepaart mit wachsender Erregung wurde weiterhin auf eine Geduldsprobe gestellt. 

Am vierten Tag wurden den Göttinnen Demeter und Persephone Opfergaben in Form von Ferkeln und Granatäpfeln dargebracht. Persephone stand symbolisch für die Seele der Menschen und Demeter für die Seele der Welt.

Die Feierlichkeiten des fünften Tages begannen mit einem Fackelzug zum Tempel von Demeter. Dieser Fackelzug sollte den Weg der Suche nach dem Göttlichen erleuchten. 

Der sechste Tag, auch Jakchostag genannt, leite den Höhepunkt der mit Spannung erwarteten Prüfungsnacht ein. Der Tag begann in Athen mit einer mehrstündigen Prozession zum Tempel der Demeter in Eleusius. Bevor die Prozession begann, erhielt jeder Myste einen Stab und einen Korb, der mit einem Siegel versehen war. Dieser Korb durfte unter keinen Umständen geöffnet werden. Bereits das Tragen des Korbes symbolisierte das Tragen von menschlichem Ballast, aber auch von ungenutzten Fähigkeiten. Dieser Korb in dem sich drei geweihte Gegenstände befanden, durfte erst in der heiligen Einweihungsnacht im Beisein des Hohepriesters geöffnet werden.

Die Prüflinge wurden im Tempel erwartet, sie erfuhren die Teilnahmebedingung. Wer die Prüfung nicht bis zum Ende durchstand und die Flucht ergriff, hatte für immer das Recht verwirkt, die höheren Weihen zu empfangen. Zu Beginn mussten sie den Geheimhaltungsschwur erneut ablegen, sich entkleiden und ihren Körper mit geweihtem Wasser reinigen und sich in Felle kleiden. Anschließend wurde ihnen ein Becher Wein gereicht, der mit bewusstseinserweiternden Drogen versetzt war.

Der Hohepriester führte die Neophyten zum Eingang eines stockfinsteren Labyrinths. Diese Finsternis sollte ihnen den Zustand ihrer Seelen vor Augen führen. Durch das Drogengebräu wurden ihre Sinne verwirrt. Nun begann das Spektakel, begleitet von Donner und anderen grauenhaften Geräuschen. Aus der Dunkelheit kamen unsichtbare Hände, zerrten an ihren Fellen, schlugen sie und warfen sie zu Boden. Damit nicht genug, im Drogenrausch blickten sie in die Welt der Verdammnis, sahen gepeinigte Kreaturen und hörten ihre Schreie. Sie gelangen in eine Krypta, wo der "3.te Akt des Dramas" aufgeführt wurde - das Leiden und Sterben der Persephone. Ihr Leiden unter der Herrschaft Plutonyons und die Sehnsucht nach ihrer Mutter in der Lichtheimat. Immer wenn Persephone Mutter Demeter und ihrer Heimat zum Greifen nahe war, sie dem Licht entgegengehen wollte, wurde sie von Plutonyon zurückgerissen und starb bei jeder Aufführung aufs Neue. Die Botschaft des Dramas: Sterben ist Wiedergeburt! Das Leiden der Persephone sollte den Neophyten das Zusammenspiel und die Reise der eigenen Seele vom Himmel zur Erde und wieder zurück vor Augen führen.

Nach diesem Schauspiel erstrahlte der unterirdische Tempel in tausend Farben. In diesem Licht sahen sie die Göttin Demeter, sitzend im Allerheiligsten der "Cysta mystica", wo das große Geheimnis im Verborgenen lag. Forscher der Antike vermuten, dass die eleusinische "Cysta mystica" eine Nachbildung der Gebärmutter enthielt, quasi ein Pendant zum Phallus anderer Mysterien. Im Griechenland der Antike war das Phallussymbol dem Gott Dionysos geweiht, seine Berührung sollte dem Mysten die Wiedergeburt sichern. Nach bestandener Prüfung wurde durch einen magischen Akt ein Sakrament vollzogen und aus dem Mysten wurde der Epopt, d. h. einer,“ der gesehen hat“.


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