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 Konflikte

Wenn Worte ihr Ziel verfehlen

Mitten in einer Unterhaltung fällt ein unbedachtes Wort. Das Gespräch kippt, die Situation eskaliert. So manchem ist gar nicht klar, dass sie beim Reden "Psycho-Sprengstoff" hantieren. Unbedachte Worte können einschlagen wie eine Granate. Einmal davon abgesehen, dass bestimmte Formulierungen provozieren und verwirren, sie können sogar einen sinnlosen Streit verursachen. Und Hand aufs Herz, sind wir mal ehrlich, die meisten Streitigkeiten kommen durch Nichtigkeiten zustande. Möglicherweise gibt es ein ernsthaftes Problem, aber genau dieses Thema soll vermieden werden. Zum Druckabbau kommt dann so ein Streit um Kleinigkeiten gerade recht.

Die Paarkommunikation ist ein schwieriges und manchmal auch leidiges Thema. Eine der häufigsten Unsitten ist es, sich nicht ausreden zu lassen. Ein Reizwort fällt und sofort werden Gegenargumente, Lösungsvorschläge oder Kritik formuliert. Zum Selbstschutz wird alles abgeblockt was man nicht hören oder fühlen will. Wenn man seinem Partner aber nicht zuhört, weiß man  auch nicht, was er zu sagen hat. Dringt eine Information nicht zu Ihnen durch, erfahren Sie nichts über seine Bedürfnisse. Gerade das nicht Gesagte oder Überhörte führt aber dazu, dass sie nicht zusammenkommen können. Meistens ist es die Angst, niemals zu Wort zu kommen, wenn Ihrem Partner zuhören.

Was ist zu tun?

Behalten Sie Ihr Gesprächsziel im Auge und überlegen Sie vorher:
- Was will ich erreichen und warum?
- Was ist für mich ein gutes, bzw. schlechtes Ergebnis?
- Mit welchem Kompromiss könnte ich leben?

Mit niemandem sind wir so unbedacht im Umgang wie Menschen, die uns nahe stehen. Doch gerade Menschen, die wir lieben, haben Respekt und auch Höflichkeit verdient.

Dabei helfen die 6 goldenen Regeln:
- Fassen Sie sich kurz, weil die Aufmerksamkeit bereits nach 30 Sekunden erlahmt.
- Hören Sie aufmerksam zu, fallen Sie Ihrem Gesprächspartner nicht ins Wort.
- Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstanden haben.
- Vermeiden Sie ellenlange Monologe, verzetteln Sie sich nicht mit Nebensächlichkeiten.
- Mit Vorwürfen gießen Sie Öl ins Feuer.
- Vermeiden Sie Sätze mit den Worten "IMMER" oder "NIE" machst Du....

Was tun, wenn ein Konflikt entstanden ist?

Wer einen Konflikt dauerhaft lösen will, muss die Ursache kennen. Ein Konflikt entsteht, wenn Bedürfnisse nicht erfüllt werden. Durch Vorwürfe entsteht dann Streit. Deshalb sollte genau besprochen werden, was Sie brauchen. Häufig werden Bedürfnisse nicht ausgesprochen sondern versteckt. Das geschieht meistens aus falscher Rücksichtnahme, um den Partner nicht zu überfordern. Weitere Gründe sind Scham oder die Angst verlassen zu werden. Ein Konflikt lässt sich nur lösen, wenn beide Partner die Verantwortung übernehmen, d. h. eigene Bedürfnisse erkennen und aussprechen. Erst, wenn jeder die Bedürfnisse des anderen kennt, ist eine gemeinsame Zielsetzung möglich.

Kritik

Der Umgang mit Kritik ist nicht immer angenehm. Doch es kommt auf die Art der Kritik an. Kritik, oder das was wir als solche verstehen, wird nämlich augenblicklich einer inneren Übersetzung unterzogen. Wird Kritik ungerecht und verletzend empfunden, lässt die Aufmerksamkeit nach. Unser innerer Kritiker meldet sich jetzt ebenfalls zu Wort. Er will uns in Sekundenbruchteilen beweisen: “Du bist ein Versager und nicht liebenswert.” Das nagt am Selbstwertgefühl. Wer seinen Partner ständig kritisiert um eine Unzulänglichkeiten und Schwächen zu überspielen, läuft Gefahr seine Beziehung zu zerstören. Menschen, die wiederum gut mit konstruktiver Kritik umgehen können, werden sie als bereichernd erleben und die Beziehung nicht aufgeben.

Verantwortung übernehmen:

Kommunikation ist die menschliche Fähigkeit sich seinem Gegenüber durch Worte und Gesten mitzuteilen. Sie ist unerlässlich für eine funktionierende Beziehung. Beide Partner tragen die Verantwortung für das Gelingen ihrer Beziehung. Es wird deshalb herzlich wenig nutzen, wenn Sie Ihren Partner mit Vorwürfen überschütten. Z. B. dass er / sie zu viel oder zu wenig über Gefühle redet, oder Ihnen keinen Raum für Gegendarstellungen lässt. Es gibt Paare die ein solches “Theater” über Jahre veranstalten ohne einen Fortschritt zu erzielen. Wenn Ihnen Ihre Beziehung am Herzen liegt, übernehmen Sie Verantwortung. Überdenken Sie Ihre Streitkultur.

Suchen Sie nach neuen positiven Strategien die Ihnen und Ihrem Partner dabei helfen effektiver zu kommunizieren. Sie können Ihren Partner nicht verändern, deshalb bleiben sie bei sich!

Streit ist nicht nur negativ, es gibt auch Streitigkeiten, die eine Partnerschaft neu beleben.

Wie funktioniert das?
Es geht um konkrete Ereignisse und die gegenseitige Wertschätzung bleibt erhalten.
Der Streit erfolgt in der Ich-Form und normaler Lautstärke. Weder Mimik noch Gestik sind aggressiv. Das Thema wird bis zum Ende ausdiskutiert ohne dass einer den Raum verlässt. Der Streit reinigt die Luft, beide Partner lenken danach den Blick auf das Positive der Beziehung.

Fazit: Beziehungsprobleme lassen sich nicht immer vermeiden, sehr wohl aber reduzieren.  

Es obliegt Ihrer Verantwortung, dafür Sorge zu tragen, dass Sie verstehen und verstanden werden.


Lebensberatung bei Partnerschaftsproblemen