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 Ostara die Frühlingsgöttin

Das christliche Osterfest war ursprünglich ein keltisches bzw. germanisches Fest der Fruchtbarkeit. Gefeiert wurde der Neubeginn des Naturkreislaufs. Der alte Glaube führte das Frühlingserwachen auf das Wirken der Göttin Ostara zurück. Mit dem Äquinoktium, der Tag-und Nachtgleiche am 21 März wurde die “Wiedergeburt“ und die “Auferstehung“ der Natur gefeiert. Eine gute Zeit, um ein kraftvolles und sinnesfreudiges magisches Fest zu zelebrieren. Das besondere Licht im März, die ersten wärmenden Sonnenstrahlen stand für neue Lebenskraft nach dem entbehrungsreichen Winter. Zu Ehren der Frühlingsgöttin begrüßte man auf diese Weise die auflebende Vegetation. Zum Dank brachten die Menschen der fruchtbaren Göttin ein Opfer dar.

Gehen wir einmal in der Zeit zurück, bis in das Jahr 800 v. Christus. Hier lag im alten Moor die Kultstätte - ein Steinaltar, umgeben von knorrigen Bäumen und Irrlichtern. Im flackernden Feuerschein sind die vermummten Gestalten kaum zu erkennen. Es ist die Nacht des Frühlingsvollmondes, Tag- und Nachtgleiche. Zeit der Göttin Ostara zu huldigen. Der Wind weht über die Felder, die Bäume biegen sich ächzend. Die Schreie der Opfer, kurz vor ihrem Tod, sind weithin zu hören. Die Kultstätte ist längst verschwunden aber noch immer erzählt man sich die alten Langenden über das Teufelsmoor.

Der Mythos um Tod und Auferstehung entstammt sehr alten heidnischen Kulten. Diesen Glauben an die zyklische Wiedergeburt der Natur machte sich das Christentum zunutze. Daraus wurde das Auferstehungsfest des Gottessohnes. Die Erlösung von Dunkelheit und Frost wurde mit Eiführung der Taufe kurzerhand zur Erlösung von der Erbsünde umfunktioniert. Übrig geblieben sind die Fruchtbarkeitssymbole der Göttin Ostara – das Ei und der Hase. Bis heute wird der Ostersonntag nach dem alten Mondkalendersystem bestimmt, das diesen Feiertag auf den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond zur oder auf die Frühjahrs-Tagundnachtgleiche folgend festlegt.

Die Existenz der alten Frühlingsgöttin ist umstritten. Allerdings ist nachgewiesen, dass Jacob Grimm, bei den Recherchen für sein Werk “Deutsche Mythologie“ auf den Namen Ostara gestoßen ist. Nach dem Erscheinen des Buches wurde Jacob Grimm unterstellt, er habe den Namen den Namen der Göttin nachträglich aus dem Wort Ostern abgeleitet. Zum Thema Ostara gibt es aber interessanter Weise eine alte Kirchenchronik, verfasst von Beda Venerabilis (englischer Kleriker um 800 n. Chr.). Dort steht zu lesen:

"Der Ostermonat, der heutzutage als Passah-Monat übersetzt wird, hatte früher seinen Namen von einer Göttin jener Leute, welche Eostra genannt wurde, und der sie in jenem Monat Feste feiern; von ihrem Namen geben sie der Osterzeit einen Beinamen, indem sie mit der gewohnten Bezeichnung für einen alten Gottesdienst die Freuden einer neuen Feierlichkeit benennen".


Auch die Naturreligion Wicca, entstanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts verehrt die Frühlingsgöttin Ostara. Das Fest Ostara gehört zu den Jahreskreisfesten und ist eines von den so genannten vier kleinen Sabbatfesten. Wie in den Fruchtbarkeitsriten vergangener Zeiten sind auch bei den Wicca Eier das Symbol für Fruchtbarkeit und Fortpflanzung. Um den Tag würdig zu begehen, entfachen die Hexen bei Sonnenaufgang ein Feuer. Der Altar wird  mit hart gekochten Eiern, Hasenpfote, Blumen und Sabbatsteinen wie z. B Amethyst und Aquamarin  dekoriert. Auch Kerzen in Pastelltönen und Räucherwerk wie Jasmin, Rose oder Weihrauch dürfen nicht fehlen.

firmamento wünscht allen Lesern ein frohes Osterfest.