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Fastenzeit

Vorösterliches Fasten.

Das bunte Karnevalstreiben ist zu Ende, pünktlich mit dem Aschermittwoch hat die Fastenzeit begonnen.

In der heutigen Zeit geht es nicht generell nur um das Fasten, sondern eher darum, Verzicht zu üben. Da gibt es viele Möglichkeiten, wie z. B. Verzicht auf Alkohol oder Süßigkeiten. Wieder andere schränken die Annehmlichkeiten des täglichen Lebens ein, wie z. B. Auto fahren, telefonieren oder Verzicht auf Computernutzung. Der nächste nimmt sich vielleicht vor, den Zigarettenkonsum zu reduzieren, mehr Sport zu machen oder abzunehmen. Wenn Sie ihre Ziele erreichen wollen, ist es von großer Wichtigkeit, dass Sie Ihre Vorsätze positiv formulieren, ansonsten ist Frustration die unvermeidliche Folge.
D. h. stecken Sie sich kleine überschaubare Ziele, die Zugeständnisse und nicht nur Verbote beinhalten. Der innere Schweinehund ist meistens schwer zu überlisten. Deshalb lautet ein guter Rat, innehalten, zurückschauen, alte Ziele überprüfen. Überlegen Sie sich genau, welche Veränderungen sinnvoll und umsetzbar sind. Legen Sie die Messlatte nicht zu hoch - Erfolgserlebnisse und deren Belohnung sind ein wichtiger Ansporn!

Die Fastenzeit ist die Vorbereitung auf das christliche Auferstehungsfest Ostern. Die Fastenzeit soll die Christen daran erinnern, dass Jesus vor seinem Tod in der Wüste 40 Tage und Nächte gefastet hat. Im Gegensatz zu Weihnachten ist Ostern kein fester, sondern ein beweglicher Termin. Möglicherweise haben Sie sich auch schon gefragt, woran das liegt. Es war im Jahr 325 n. Chr., als der römische Kaiser Konstantin das Konzil von Nicäa einberief. Dort wurde festgelegt, dass am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond Ostern gefeiert wird. Damals war die Fastenzeit nicht nur die Zeit der Buße, sondern auch Vorbereitungszeit für die Taufanwärter. In den Anfängen der Christenheit fanden Taufen einmal jährlich statt. Dieses Sakrament wurde nur in der Osternacht erteilt.

Im Mittelalter gab es jede Menge Fastentage im Jahr. Da waren einmal die 40 Tage vor Ostern, 40 Tage vor Weihnachten und vor bestimmten kirchlichen Feiertagen. Hinzu kamen noch Fastentage, die zusätzlich angeordnet wurden. Und die Kirche bestand auf strengste Einhaltung der der Fastengebote. Bei Prozessionen aus solchen Anlässen waren bunte Kleidung und das Tragen von Schuhen nicht erlaubt. Die österliche Fastenzeit begann am Aschermittwoch mit Beichte, Gottesdienst und Aschekreuz. Zum Gottesdienst mussten die Gläubigen nüchtern erscheinen, essen war erst danach erlaubt. Auch die Abwicklung von Geschäften aller Art durfte erst nach dem Gottesdienst erfolgen. Fasten war Pflicht, für alle galt der Verzicht von Fleisch, Milchprodukten, Wein und tierischen Fetten. Eier waren ebenfalls nicht erlaubt, sie wurden als flüssiges Fleisch betrachtet. Um die Eierproduktion zu drosseln, musste im Karneval so manches Huhn sein Leben lassen. Auch Steuern wurden mit Hühnern beglichen, daher stammt der Ausdruck "Fastnachtshühner". Die Verbote galten aber nicht nur für bestimmte Speisen und Getränke sondern auch für die Feldarbeit und das Reiten. Für den modernen Menschen ist es kaum nachvollziehbar, welche Macht die Kirche über die Menschen und ihre Lebensgewohnheiten hatte. Lesen, Schreiben und wissenschaftliche Erkenntnisse waren dem Klerus vorbehalten. Das Volk wurde dumm gehalten und durfte nicht selbstbestimmt leben.

So dumm wie die Kirche die Menschen gern gehabt hätten, waren sie aber nicht. Nein, sie entwickelten großen Einfallsreichtum, um die Vorschriften und Verbote zu umgehen. Einerseits wurde die Fischzucht gefördert, andererseits wurden sehr fantasiereich Rezepte, sprich Fastenspeisen entwickelt. Das war auch dringend notwendig, um für die harte körperliche Arbeit genügend Energie zu haben.

Fastenspeisen: das bedeutete Essen mit Tarnkappe. Der Verzehr von warmblütigen Tieren war verboten. Die kaltblütigen Fische kamen aus dem Wasser und waren erlaubt. Findige Mönche erklärten deshalb die Ente und den Biber wegen seines fischähnlichen Schwanzes zu "Wassertieren". Sie wurden kurzerhand zu erlaubten Fastenspeisen gemacht. Die Menschen waren gezwungenermaßen sehr erfinderisch. Das zeigt auch der Striezel, ein Hefeteig, in dem Mandeln und Rosinen versteckt waren. Auch die Maultaschen, in Schwaben auch gern "Herrgottsb'scheißerle" genannt, waren da keine Ausnahme. Ausgedacht haben sich das die Zisterzienser. Mönche des Klosters Maulbronn. Sie bekamen ausgerechnet in der Fastenzeit Fleisch geschenkt. Kurzerhand haben sie es klitzeklein gehackt und mit vielen frischen Kräutern und Spinat vermischt. Die grüne Masse ähnelte jetzt mehr einem Gemüsebrei und wurde zusätzlich in Nudelteig verpackt und in Gemüsebrühe gekocht.

In einigen Regionen Deutschlands kennt man auch heute noch das Fastenbier. Dieses Starkbier wurde von pfiffigen deutschen Mönchen gebraut und zur Genehmigung als Fastengetränk zum Papst nach Rom geschickt. Den schlauen Ordensbrüdern war klar, dass dieses Bier auf der langen Reise sauer werden würde. Aufgrund des schlechten Geschmacks hatte der Papst keine Einwände.

Zum Thema Fasten sagte der katholische Theologe und Religionsphilosoph Romano Guardian im Jahr 1943 Folgendes:

"Zuerst wird nur der Mangel gefühlt;
dann verschwindet das Verlangen nach Nahrung.
Zugleich geht beim Fasten etwas Innerliches vor sich.
Der Körper wird gleichsam aufgelockert. Der Geist wird freier.
Alles löst sich, wird leichter, Last und Hemmung der Schwere werden weniger empfunden.
Die Grenzen der Wirklichkeit kommen in Bewegung; der Raum des Möglichen wird weiter.
Der Geist wird fühliger. Das Gewissen wird hellsichtiger, feiner und mächtiger.
Das Gefühl für geistige Entscheidungen wächst.“


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